EUROIMMUN ELISA: Quantitativ und präzise

Testprinzip

  • Als Antigen-haltige Festphase werden Polystyrol-Mikrotiterstreifen mit aufgereinigten, biochemisch charakterisierten Antigenen verwendet.
  • Im ersten Inkubationsschritt binden sich bei positiven Proben die nachzuweisenden Antikörper aus dem verdünnten Patientenserum an die Festphasen-gebundenen Antigene.
  • Im zweiten Inkubationsschritt werden diese Antikörper mit Peroxidase-markierten Anti-Human-Antikörpern nachgewiesen.
  • Im dritten Inkubationsschritt werden die gebundenen Antikörper durch eine Farbreaktion mit einer Chromogen-/Substratlösung dargestellt. Die Extinktion der entstehenden Farblösung ist proportional zur Antikörper-Konzentration im Patientenserum.
  • Mit monospezifischen ELISA (Enzymimmuntests mit nur einem Antigen) werden Antikörper quantitativ bestimmt.
  • "Profil-ELISA" eignen sich zum semiquantitativen Nachweis mehrerer Antikörper auf einem einzelnen Mikrotiterstreifen.
  • Bei "Pool-ELISA" wird die Festphase mit einem Antigengemisch beschichtet. Die Antikörper lassen sich semiquantitativ erfassen, ihre Spezifität muß anschließend durch monospezifische Tests untersucht werden.

Zuverlässige und kostengünstige Kalibrierung/Evaluierung

  • Die Kalibrierung des Tests erfolgt bei quantitativen ELISA i. d. R. über drei Kalibrationsseren.

    Kalibrationsserum 1: oberer Wert des Messbereiches
    Kalibrationsserum 2: oberer Wert des Normalbereiches (Cut-off)
    Kalibrationsserum 3: negativ
  • Die Inkubation von Leerwerten oder der Ansatz von Doppelbestimmungen ist überflüssig.
  • Bei semiquantitativen ELISA wird nur ein Kalibrator verwendet. Erweiterte Kalibrationskurven finden sich z. T. bei ELISA für die Immunitäts­bestimmung oder Liquordiagnostik.
  • Die Antikörper-Konzentration im Patientenserum wird in relativen Einheiten pro Milliliter (RE/ml) angegeben, steht ein internationales Referenzserum zur Verfügung, in internationalen Einheiten pro Milliliter (IE/ml).
  • Jeder Test kann optional mit einer positiven und einer negativen Kontrolle, die dem Testsatz beiliegen, evaluiert werden. Für alle Kalibratoren und Kontrollen sind Testsatz-spezifische Referenzbereiche angegeben.
  • Alle Kalibrationsmethoden sind mit der üblichen ELISA-Software problemlos realisierbar.

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Einfache, schnelle und wirtschaftliche Handhabung

  • Mikrotiterstreifen mit vereinzelbaren Reagenzgefäßen (Ausnahme: Profil-ELISA).
  • Zur Vermeidung von Verwechslungen sind die Mikrotiterstreifen oder Reagenzgefäße mit Antigen-Kürzeln bedruckt.
  • Gebrauchsfertige Reagenzien (Waschpuffer: Konzentrat).
  • Eindeutige Erkennung der Reagenzien durch Farbcodierung.

    - dunkelrot:   Kalibrationsserum 1
    - rot:   Kalibrationsserum 2
    - hellrot:   Kalibrationsserum 3
    - dunkelblau:   pos. Kontrollserum
    - grün:   neg. Kontrollserum
    - Probenpuffer und Anti-Human-Ig-Peroxidase-Konjugat: verschiedene Farben
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  • Der Probenpuffer der ELISA für die Infektions-Serologie (Nachweis von Antikörpern der Klasse IgM) enthält bereits ein IgG/RF-Absorbens.
  • Kompatibel mit allen handelsüblichen Washer- und Reader-Systemen.

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Nachweis niedrig-avider Antikörper

Avidität von Antikörpern gegen EBV-CA (IgG)
  • Mit der Bestimmung der Antikörper-Avidität steht ein alternatives Prinzip zur serologischen Diagnose frischer Infektionen zur Verfügung.
  • Das Immunsystem reagiert auf eine Infektion zunächst mit der Bildung niedrig-avider Antikörper. Mit fortschreitender Krankheitsdauer wird den Antigenen immer genauer angepasstes IgG sezerniert - die Avidität nimmt zu. Solange im Serum kein hoch-avides IgG vorliegt, befindet sich die Infektion in einem frühen Stadium.
  • Um niedrig-avide Antikörper zu identifizieren, werden zwei Mikrotiter-ELISA parallel angesetzt: Ein Test wird konventionell durchgeführt, beim anderen erfolgt zwischen den Inkubationen mit Patientenserum und Anti-Human-IgG eine Harnstoff-Behandlung, bei der sich niedrig-avide Antikörper von den Antigenen ablösen.
  • Niedrig-avide Antikörper liegen vor, wenn die im ELISA gemessene Extinktion durch die Harnstoff-Behandlung wesentlich verringert wird. Zur Objektivierung wird aus den Messwerten mit und ohne Harnstoff-Behandlung der relative Aviditätsindex (RAI) berechnet.
  • Serumverdünnung 1 : 100, Konjugatklasse Anti-Human-IgG, Peroxidase-markiert.
  • 3-Punkt-Kalibrierung, quantitativ (IgG).
  • Folgende Testsätze zur Aviditätsbestimmung sind erhältlich: Toxoplasma gondii, CMV, Masern-Viren, Röteln-Viren, VZV, FSME-Viren, West-Nil-Viren, EBV-CA.

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Antikörper-Nachweis im Liquor cerebrospinalis

  • Indikation: Lokale Infektionen im ZNS.
  • Liquorverdünnung 1 : 2, Serumverdünnung 1 : 404. Konjugatklassen Anti-Human-IgG oder -IgM, Peroxidase-markiert.
  • Einfache Durchführung: gebrauchsfertige Reagenzien.
  • 4-Punkt-Kalibrierung, quantitativ. Gleiche Inkubationsbedingungen und -zeiten (Raumtemperatur; 60 min / 60 min / 15 min): Alle EUROIMMUN ELISA für die Liquor-Diagnostik können auf einer Mikrotiterplatte miteinander kombiniert werden.
  • Parallel zum Antikörper-Nachweis im Liquor cerebrospinalis wird im selben Testansatz die Antikörper-Konzentration im Serum des betreffenden Patienten bestimmt. Aus beiden Messwerten wird der Liquor/Serum-Quotient LSQErr.-spez berechnet.
  • Eine intrathekale Synthese spezifischer Antikörper liegt vor, wenn der Liquor/ Serum-Quotient der spezifischen Antikörper LSQErr.-spez deutlich höher ist als der Liquor/Serum-Quotient des Gesamt-IgG (LSQges.) oder ggf. des Limes-Quotienten (LSQlim.). Das Verhältnis beider Werte zueinander wird als relativer Liquor-Serum-Quotient LSQrel. (Synonym: Antikörperspezifitätsindex, ASI) bezeichnet.
  • Befundung (entsprechend der Empfehlung von Prof. Reiber):
    LSQrel. < 0,6: unplausibles Ergebnis, Fehlersuche empfohlen
    LSQrel. 0,6 – 1,3: Normalbereich
    LSQrel. 1,3 - 1,5: Grenzwertbereich
    LSQrel. > 1,5: Hinweis auf Erreger-spezifische Antikörper-Produktion im ZNS
  • Für die automatische Berechnung des LSQrel. stellt EUROIMMUN kostenlos eine spezielle Excel-Tabelle zur Verfügung.
  • Höchste Sensitivität, Spezifität und Reproduzierbarkeit. Antikörper-Konzen­tratio­nen im Serum und  Liquor können über den gesamten linearen Messbereich bestimmt werden.
  • Folgende Testsätze zur Liquordiagnostik sind erhältlich: Borrelia burgdorferi, Toxoplasma gondii, HSV-1, HSV-2, HSV-1/2-Pool, CMV, Röteln-Viren, Masern-Viren, Mumps-Viren, VZV, FSME, EBV-CA.
  • Alle Testsysteme für die Liquordiagnostik sind auch für die reine Serologie geeignet.
  • Ideal für die Abarbeitung mittels Inkubations-Automaten.

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