Innovative Technologien

EUROArray: Innovative Microarrays für die Labordiagnostik

EUROArrayScan-System

Mit dem rasant ansteigenden Wissen über Gene und ihre vielfältigen Funktionen bekommt die Molekulare Diagnostik einen immer höheren Stellenwert.

Technologisch ist es heute möglich, kleinste Variationen im Erbgut des Menschen (Desoxyribonukleinsäure / DNA) nachzuweisen und somit z.B. eine Veranlagung für bestimmte Krankheiten (Molekulare Genetik) oder die Wirkung und Nebenwirkung von  bestimmten Medikamenten bei Patienten (Pharmakogenetik) vorherzusagen. Weiterhin lässt sich durch die Detektion bereits kleinster Mengen an DNA, z.B. von Bakterien oder Viren, die Anwesenheit von Infektionserregern in einer Patientenprobe nachweisen (Molekulare Infektionsdiagnostik).

Für all diese Anwendungen bietet EUROIMMUN mit der EUROArray-Technologie eine Diagnostiklösung an, die die Vorteile der Microarray-Technologie nutzt und gleichzeitig durch zahlreiche integrierte Kontrollen, einfache Handhabung und eine standardisierte sowie automatische Auswertung die hohen Anforderungen der Routinediagnostik erfüllt.

Für die Herstellung der EUROArrays werden auf kleinen BIOCHIPs synthetische „Fänger-DNA-Moleküle“ (Sonden) in einem geordneten Raster aufgebracht. Bei Vorliegen der zu analysierenden Sequenzvariante bzw. Erreger-DNA kommt es zu einer Bindung der DNA an die spezifischen Sonden. Die Detektion der charakteristischen Arraymuster erfolgt mit Hilfe des EUROArrayScan-Systems. Die EUROArrayScan-Software liefert automatisch eine verlässliche Ausgabe der Ergebnisse.

Gegenüber anderen Technologien haben die EUROArrays den Vorteil, dass komplexe molekulardiagnostische  Analysen stark vereinfacht sowie besonders schnell und sicher durchgeführt werden können. Beispielsweise werden beim EUROArray HPV 30 unterschiedliche Subtypen des humanen Papillomviruses (HPV) in einem einzigen Reaktionsansatz differenziert. Neben dem reinen Virusnachweis erhält man auf einen Schlag eine Aussage, ob und welche potentiell tumorauslösenden Hochrisiko HPV-Typen vorliegen oder ob es sich um vergleichsweise harmlose Niedrigrisiko HPV-Varianten handelt.

Hier gelangen Sie zu den den EUROArray-Testsytemen.

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Designer-Antigene – Maßgeschneidert fürs Labor

Natürlich vorkommende Antigene, die für den Einsatz in diagnostischen Testsystemen nicht optimal geeignet sind, können mit Hilfe gentechnischer Methoden auf maximale Effektivität getrimmt werden: Es entstehen sogenannte Designer-Antigene. Diese werden in den EUROIMMUN-Forschungslaboren entwickelt und hergestellt – sie bieten gegenüber den natürlichen Antigenen eine Reihe von Vorteilen, wie z.B.:

  • Sie sind hochspezifisch: Bereiche, die zu unerwünschten Kreuzreaktionen führen können, werden gezielt ausgeschaltet.
  • Sie sind extrem sensitiv: Antigen-Epitope werden vervielfältigt, wodurch die Antikörper mehr Bindungsstellen zur Verfügung haben.
  • Sie sind speziell auf ihren Einsatz zugeschnitten: Antikörper-Bindungsstellen verschiedener Antigene werden zu einem Fusionsprotein vereinigt.

Zum Einsatz kommen Designer-Antigene aktuell bei Testsystemen zur Diagnostik folgender Erkrankungen:

KrankheitTestsystemBestellnummer
Bullöses PemphigoidAnti-BP180-NC16A-4X-ELISAEA 1502-9601-2 G
Primär-biliäre LeberzirrhoseAnti-M2-3E-ELISAEA 1622-9601 G
Wegener‘sche GranulomatoseAnti-PR3-hn-hr-ELISAEA 1201-9601-2 G
ZöliakieAnti-Gliadin (GAF-3X)-ELISAEV 3011-9601 G

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Recombinant Cell IFT (RC-IFT) – der schnellste Weg für neue Forschungsparameter in das Diagnostiklabor

Die Gewinnung von Antigenen in ausreichenden Mengen und in der gewünschten Qualität stellt oftmals die kritische Stufe bei der Entwicklung eines neuen Testverfahrens dar. Insbesondere die Aufreinigung ist oft schwierig und verzögert weitere Fortschritte. Mögliche Gründe dafür sind:

  • Das Antigen liegt in der Zellmembran:  Um das Molekül aus der Membran zu lösen muss man häufig aggressive Methoden einsetzen, wodurch das Antigen zerstört werden kann. 
  • Das Antigen muss in seiner nativen, drei-dimensionalen Form vorliegen: Binden die nachzuweisenden Antikörper an Konformations-Epitope des Antigens, muss es nativ aufgereinigt werden, was sehr aufwändig und kompliziert ist.

Unter solchen Umständen führt ein gentechnisches Verfahren zur Gewinnung von Antigenen wesentlich schneller zum Ziel: Bei der RC-IFT wird die antigencodierende DNS-Sequenz in ein DNS-Molekül (Plasmid) eingefügt, das anschließend in geeignete Wirtszellen eingeschleust wird. Die Zellen  exprimieren daraufhin das Antigenmolekül und können daher unmittelbar als Substrat im Immunfluoreszenztest eingesetzt werden. Mit Hilfe dieses Verfahrens können Testsysteme mit neuen Antigenen innerhalb kurzer Zeit hergestellt werden.

Folgende EUROIMMUN-Testsysteme basieren auf der RC-IFT-Methode:

Recombinant Cell IFT zum Nachweis von Antikörper gegen:
Haut-Antigene: Desmoglein 1 und 3, BP230, Kollagen VII, Envoplakin*
Nephropathie-assoziierte Antigene: Phospholipase A2-Rezeptoren (PLA2R)
Neuronale Antigene: Glutamat-Rezeptoren Typ NMDA, Typ AMPA*, VGKC, GABAB-Rezeptoren, Aquaporin-4, Glycin-Rezeptoren**, DPPX, DNER
Weitere Antigene: Pankreas-Antigene rPAg1 (CUZD1) und rPAg2 (GP2), Glutamat-Decarboxylase (GAD65), Krim-Kongo-Fieber-Viren

 *In der EU zur Zeit nicht als IVD im Vertrieb      **In Entwicklung


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EUROPattern: Software zur Bilderfassung und Interpretation von IIFT-Mustern in der Autoimmun-Diagnostik

Die indirekte Immunfluoreszenz (IIFT) zählt nach wie vor zu den Standard-Techniken der Autoimmundiagnostik. Die Auswertung von Immunfluoreszenzbildern am Mikroskop ist jedoch zeitaufwändig und  erfordert speziell geschultes Personal. EUROIMMUN bietet mit EUROPattern eine hoch-entwickelte Mustererkennungs-Software, die wertvolle Unterstützung bei der diagnostischen Befunderstellung bietet. 


Die Aufnahme und Archivierung der Immunfluoreszenz-Bilder erfolgt automatisch durch das System. Für den Bereich Zellkernantikörper-Diagnostik gibt es darüber hinaus eine automatisierte Auswertung. Die Bilder werden durch die Software nach bestimmten Mustern vorklassifiziert und den Kategorien positiv, negativ oder grenzwertig zugeordnet. Die Klassifikation basiert auf einer Datenbank aus über 115.000 Referenzbildern, die im Vorfeld von Experten beurteilt wurden.

Aktuell ist die Software in der Lage, die IIFT-Muster inkubierter HEp/HEp-2010-Zellen zu beurteilen und eignet sich daher besonders für die Untersuchung auf Anti-Nukleäre Antikörper (ANA), Anti-Neutrophile cytoplasmatische Antikörper (ANCA) und Antikörper gegen dsDNA mittels Crithidia luciliae (CLIFT).

In Kombination mit dem EUROPattern-Mikroskop bietet das Programm eine wesentliche Erleichterung im Labor-Alltag:

  • Automatische Mikroskopie und moderne Befunderhebung am Computerbildschirm
  • Mustererkennung ANA und ANCA, auch Mischmuster inklusive Titer
    Schnelle Abarbeitung von bis zu 500 (oder 1.000) Auftragestellen automatisch nacheinander – bis zu 200 Felder in nur einer Stunde
  • Automatische Identifikation der Objektträger durch Matrixcode
  • Bleistift-freie Befundung am Monitor und Zusammenführung der Ergebnisse je Patient
  • Okular-freie Mikroskopie am Monitor
  • Archivierung der Bilder und Befunde
  • Volle Integration mit der Laborsoftware über EUROLabOffice

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