Westernblot/EUROLINE-WB: Sichere Differenzierung von Antikörper-Befunden

Testprinzip

  • Als Antigen-haltige Festphase werden Blotstreifen verwendet, die elektrophoretisch aufgetrennte Antigen-Extrakte enthalten. Die Position der Proteine ist dabei von deren Molekularmasse abhängig.
  • Im ersten Inkubationsschritt binden sich bei positiven Proben die nachzuweisenden Antikörper aus dem verdünnten Patientenserum an die Membran-gebundenen Antigene.
  • Im zweiten Inkubationsschritt reagieren diese Antikörper mit Alkalische-Phosphatase-markierten Anti-Human-Antikörpern.
  • Im dritten Inkubationsschritt werden die gebundenen Antikörper durch eine Farbreaktion mit einer Chromogen-/Substratlösung dargestellt. Sind spezifische Antikörper im Serum des Patienten vorhanden, erscheinen dunkle Linien an den jeweiligen Antigen-Positionen.
  • Bei der Auswertung der Bandenmuster auf dem inkubierten Blotstreifen wird zwischen nichtspezifischen und spezifischen Antikörpern unterschieden. Die Anzahl und Ausprägung der spezifischen Banden entscheidet über die Befundung "positiv/negativ".

EUROLINE-WB, Nachweis von Antikörpern gegen Borrelia.

Einfache Durchführung, sichere Auswertung, starke diagnostische Aussagekraft

  • Pro Patientenserum wird ein separater Blotstreifen inkubiert.
  • Gesamtdauer der Analyse etwa 115 Minuten.
  • Alle Inkubationsschritte laufen bei Raumtemperatur ab.
  • Die Banden werden anhand einer beiliegenden, chargenspezifischen Auswerteschablone zugeordnet. Für jedes Elektrophorese-Gel wird eine eigene Charge vergeben. Verwechslungen einzelner Banden werden dadurch vermieden.
  • Jeder Testsatz enthält einen bereits mit einem Referenzserum inkubierten positiven Blotstreifen derselben Streifencharge. Die Inkubation eines positiven Kontrollserums ist somit überflüssig.
  • Die Blotstreifen sind bereits numeriert, um Verwechslungen vorzubeugen; umständliche Beschriftungen erübrigen sich.
  • Auf jedem Teststreifen wird die korrekte Durchführung der einzelnen Inkubationsschritte durch die Anfärbung der Kontrollbande am unteren Ende jedes Streifens signalisiert.
  • Positive und negative Reaktionen lassen sich einfach und sicher voneinander unterscheiden. Die Intensität der Banden korreliert dabei weitgehend mit dem Antikörpertiter.
  • Der Westernblot ist die Methode der Wahl, wenn es darauf ankommt, positive Befunde aus einem Suchtest (indirekte Immunfluoreszenz oder Mikrotiter-ELISA) zu bestätigen bzw. zu differenzieren.
  • EUROLINE-WB ist eine Kombination aus Westernblot und Linienblot: Proteine eines Vollantigenextraktes werden durch Gelelektrophorese der Größe nach getrennt und auf eine Nitrocellulosemembran überführt (Westernblot). Hochaufgereinigte native oder rekombinante Antigene werden anschließend als Linie auf den Westernblotstreifen aufgebracht (EUROLINE-Membranchip).
  • Das Programm EUROLineScan der Firma EUROIMMUN wurde geschaffen, um eine quantitative Auswertung der Westernblot/EUROLINE-WB-Teststreifen zu ermöglichen, die Verwaltung der Daten zu erleichtern und die Resultate detailliert zu dokumentieren. Zunächst werden die inkubierten Westernblot/EUROLINE-WB-Teststreifen mit einem Flachbett-Scanner optisch erfaßt. EUROLineScan erkennt selbständig die Positionen auch ungenau aufgelegter Streifen, identifiziert die Banden und mißt deren Intensität. Abschließend werden die Ergebnisse zusammen mit den Bilddaten gespeichert, und für jeden Patienten kann ein separater Befundbogen erstellt werden.

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