Forschungsförderung

Die Forschung und Entwicklung bei EUROIMMUN wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union unterstützt. In unserer Niederlassung in Dassow (Mecklenburg-Vorpommern) wird derzeit ein Projekt gefördert, das die technische Lösung der Problematik des Lagerns und des Handlings der zur Analyse notwendigen Partikel im Pipettierautomaten zum Inhalt hat. Ziel ist es dabei, die Nachteile bisher verbreiteter Lösungen zu beseitigen und über den Einsatz einzelportionierter Partikelsuspensionen in Form von Kapillaren als Kleinstgefäße eine Verbesserung der Reproduzierbarkeit der Analysen sowie der Stabilität der verwendeten Reagenzien zu gewährleisten. Entsprechend diesen Anforderungen werden spezifische technische Systemkomponenten (Kapillare, Magazin, Kartusche) sowie der für eine Einzelportionierung erforderliche Befüllungs- und Konfektionierungsprozess für die Kapillare entwickelt.

Ein zweites Förderprojekt in Dassow hat die Peptid-basierte Diagnostik von Nahrungsmittelallergien zum Inhalt. Im Zentrum der Arbeiten steht die Identifizierung der molekularen Zielstrukturen der allergiespezifischen Antikörper anhand klinisch charakterisierter Patientenseren. Diese Aminosäuresequenzen werden dann als Antigene in einem neuartigen serologischen Testsystem für die Diagnose von Nahrungsmittelallergien eingesetzt. Durch die Epitopcharakterisierung sollen Aussagen zu Differenzierung, Prognose und Therapie einer Nahrungsmittelallergie ermöglicht werden. Der Peptid-basierte Multiparametertest soll die Diagnostik von schweren Symptomen erlauben und die riskanten Provokationstests ersetzen.

Das Projekt „EUROPathologie-System“ (EPS) beinhaltet die Entwicklung neuer methodischer Ansätze für die Histopathologie. EPS wird alle wichtigen Schritte von der Herstellung der Gewebeschnitte bis zur Befundung und Archivierung der Ergebnisse berücksichtigen. Es wird modular aus fünf Teilsystemen aufgebaut sein, die sich entweder einzeln oder als komplette Straße in den bestehenden Workflow eines anatomisch-pathologischen Labors integrieren lassen.

Weiterhin wird durch den Fonds in unserer Betriebstätte in Rennersdorf (Sachsen) ein Verbundprojekt mit der Hochschule Zittau/Görlitz gefördert. Es soll eine robuste Technologieplattform zur Darstellung immunologisch reaktiver Proteine entwickelt werden, die deren kostengünstige und ressourcenschonende Aufbereitung ermöglicht.  

Durch die Hochschule Zittau/Görlitz werden kontinuierliche und automatisierbare Aufarbeitungstechniken entwickelt, die prozessierbare Biomaterialextrakte erzeugen, die wiederum Ausgangsmaterial für die chromatographische Aufreinigung sind. Bei EUROIMMUN werden die molekularbiologischen und immunbiochemischen Arbeiten durchgeführt, die in die Entwicklung der Matrizes für die Proteinaufreinigung fließen. Diese werden in einem einstufigen Chromatographieprozess zusammengefasst. Am Ende werden Biomaterialaufarbeitung und Chromatographieprozess vereint, um qualitativ hochwertige Immunreagenzien in einem Prozessschritt zu erzeugen.