3alpha-Androstandiol-Glucuronid (3alpha-Adiol-G)

Klinische Bedeutung

Das Enzym 5α-Reduktase bildet aus Testosteron in den Zielzellen Dihydrotestosteron (DHT), das stärkste Androgen. Androgene werden hauptsächlich durch Konjugation mit Glucuronsäure inaktiviert. Dieser Schritt erhöht ihre Polarität und ermöglicht die Diffusion ins Blut sowie die spätere Ausscheidung über die Nieren. Der Hauptmetabolit von DHT bei Frauen und Männern ist 5α-Androstan-3α, 17β Diol-Glucuronid (3α-Androstandiol-Glucuronid; 3α-Adiol-G). 3α-Adiol-G bindet nicht an das Sexualhormon bindende Globulin. 3α-Adiol-G wird vorrangig im Zielgewebe wie der Haut gebildet, besonders in der Umgebung von Haarfollikeln, und spiegelt ‒ besser als DHT ‒ die Androgenbildung in der Peripherie wider.

Diagnostik

Hohe 3α-Adiol-G-Spiegel im Blut treten bei Frauen mit Hirsutismus, polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS) und Akne auf. Die Konzentrationen korrelieren gut mit dem Ferriman-Gallwey-Score zur Erfassung der Schwere eines Hirsutismus. Durch eine medikamentöse Behandlung von Patientinnen mit Hirsutismus und PCOS sinken die 3α-Adiol-G-Konzentrationen. Ein Absetzen der Therapie führt zu steigenden Konzentrationen und vermehrtem Haarwuchs.

Bei Männern wurde eine hochsignifikante Korrelation von 3α-Adiol-G-Spiegeln im Blut mit der Brustbehaarung und mit Akne beobachtet. Niedrige Konzentrationen sind bei Männern mit Hypogonadismus assoziiert. Die Bestimmung der 3α-Adiol-G-Konzentration zusätzlich zur Testosteron-Konzentration ist bei der Diagnostik eines Androgenmangels hilfreich.

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
ELISA
3alpha-Androstandiol-Glucuronid (3alpha-Adiol-G)
Antikörper-beschichtete
Mikrotitergefäße
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