Uromodulin

Klinische Bedeutung

In der klinischen Routine erfolgt die Messung der Nierenfunktion über nicht organspezifische Marker wie Serum-Kreatinin und -Cystatin C bzw. die anhand dieser geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR). Die valide Beurteilung der Nierenfunktion anhand dieser etablierten Parameter ist jedoch stark limitiert: Frühstadien chronischer Niereninsuffizienz werden oft nicht erkannt, da die Serum-Kreatinin-Konzentration erst bei einer Einschränkung der GFR von über 50 Prozent signifikant erhöht ist (Kreatinin-blinder Bereich). Zudem werden schnelle Veränderungen nur zeitverzögert abgebildet und Störgrößen wie Geschlecht, Muskelmasse oder Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die Konzentration der Marker.

Diagnostik

sUmod (Serum-Uromodulin) ist ein sensitiver Marker der tubulären Funktion, der ein großes Potenzial für die Prädiktion und Früherkennung einer Nierenfunktionsverschlechterung hat, insbesondere bei Erkrankungen, bei denen vorwiegend die Nierentubuli geschädigt werden.

Anhand der sUmod-Konzentration können im Gegensatz zu etablierten glomerulären Markern, wie Kreatinin und Cystatin C, Frühstadien chronischer Niereninsuffizienz bereits in der symptomlosen Phase identifiziert werden. Eine Abnahme der sUmod-Konzentration zeigt bei fortschreitender Niereninsuffizienz einen Verlust der Funktionalität und Integrität des Nierenparenchyms an.

Anhand des sUmod-Spiegels lassen sich zudem Rückschlüsse auf langfristige Komplikationen ziehen. Epidemiologischen Studien zeigen, dass niedrige sUmod-Konzentrationen mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit, kardiovaskulärer Morbidität, Herzinsuffizienz sowie Progression der Niereninsuffizienz assoziiert sind. Nach einer Nierentransplantation weisen niedrige sUmod-Konzentrationen prädiktiv auf einen langfristigen Funktionsverlust des Transplantats hin.

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
ELISA
Uromodulin
Nachweis im Serum
Antikörper-beschichtete
Mikrotitergefäße
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