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Störungen des Knochenumsatzes

Klinische Bedeutung

Knochen bestehen überwiegend aus einer Kollagenmatrix, in der Calcium und Phosphat als Hydroxylapatit abgelagert sind. Das Skelett eines Erwachsenen besteht hauptsächlich aus zwei Knochenarten: kortikalem und trabekulärem Knochen.

Kortikaler Knochen erfüllt die Hauptaufgabe des Knochengerüsts, indem er den Körper aufrecht hält, die Organe schützt, Bewegung ermöglicht und chemische Elemente speichert und abgibt. Trabekulärer Knochen hingegen ist der stoffwechselaktive Teil des Knochens und an den Enden langer Knochen, in Gelenknähe und im Inneren der Wirbel zu finden. 

Der Knochenumsatz oder -umbau ist ein dynamischer und lebenslang stattfindender Prozess, bei dem alte Knochenmasse aus dem Skelett entfernt (resorbiert) und neue Knochenmasse gebildet wird. Knochenumbau erfolgt auch beim Knochenwachstum und bei der Knochenreparatur nach Verletzungen wie Frakturen oder Mikroschäden, die bei gewöhnlichen Aktivitäten entstehen können. Darüber hinaus reagiert er auf funktionelle Anforderungen aufgrund von mechanischer Belastung. Der Vorgang wird durch das Zusammenspiel verschiedener Systemhormone (u. a. Parathormon (PTH), Vitamin D) und lokaler Mediatoren (z. B. Cytokine und Wachstumsfaktoren) präzise gesteuert. 

Im ersten Lebensjahr wird das Skelett eines Kindes vollständig erneuert. In den folgenden Lebensjahren liegt die Umsatzrate bei etwa 10 – 20 % jährlich, wobei die maximale Knochenmasse im 30. Lebensjahr erreicht wird. Danach befinden sich Knochenaufbau- und -abbau im Gleichgewicht und die Knochenmasse verändert sich für etwa ein Jahrzehnt nicht mehr. Mit zunehmendem Alter führt eine steigende Resorption und verringerte Knochenneubildung schließlich zum Verlust von Knochenmasse.  

Während des Knochenumbaus setzen die Knochen oder die beteiligten Zellen (Osteoblasten und Osteoklasten) chemische Substanzen frei. Diese Substanzen werden als Knochenumsatzmarker bezeichnet und je nach Stoffwechselphase, in der sie produziert werden, in zwei Kategorien unterteilt: Knochenbildungs- und Knochenresorptionsmarker. 

Knochenresorptionsmarker sind mit der Osteoklastenresorption der Matrix assoziiert, d. h. mit der Auflösung der mineralisierten Matrix (tartratresistente saure Phosphatase) und dem Abbau der Proteinmatrix (insbesondere Telopeptide des Typ-I-Kollagens, CTX-I und NTX-I). Knochenbildungsmarker hingegen spiegeln verschiedene Aspekte der Osteoblastenfunktion und der Knochenbildung wider, z. B. die Ablagerung der Proteinmatrix (Osteocalcin und Propeptide des Typ-I-Kollagen, PINP) sowie die Mineralisierung der Matrix (knochenspezifische alkalische Phosphatase, BAP).

Störungen des Knochenumsatzes, z. B. eine übermäßige Resorption von Knochengewebe, führen zu metabolischen Knochenerkrankungen, am häufigsten zu Osteoporose, Osteomalazie und Paget-Syndrom.

Diagnostik

Die Messung der Knochenumsatzmarker leistet einen wichtigen Beitrag zur Diagnostik und zum Verlaufsmonitoring bestimmter Stoffwechselstörungen, da sie die Rate der Knochenbildung und -resorption abbildet. Der häufigste Anwendungsfall für die Messung der Knochenumsatzmarker ist die Überwachung der Therapie bei Knochenerkrankungen wie z. B. Osteoporose. Da der Knochenumsatz ein dynamischer Prozess ist, verändert sich die Konzentration der Knochenumsatzmarker sehr schnell nach Beginn einer Therapie, was eine zeitnahe Bewertung der Eignung der Behandlung und ihrer Einhaltung durch den Patienten ermöglicht. Bei einigen Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. dem Paget-Syndrom und Hypophosphatasie, unterstützen Knochenumsatzmarker die Diagnostik. 

Bei der Knochenresorption wird Typ-I-Kollagen von Osteoklasten aus den Knochen resorbiert, wobei C-terminale Telopeptide (wie β-CrossLaps, cross-linked carboxyterminal telopeptides of type I collagen, CTX-I) gebildet werden. Diese Typ-I-Kollagen-Fragmente gelangen dann in den Blutkreislauf. Werden mehr Osteoklasten als Osteoblasten aktiviert, steigt die CTX-I-Konzentration im Serum. Sie kann daher zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs und/oder der Therapie der Osteoporose herangezogen werden. 

Knochenumsatzmarker, die eine stärkere Aktivierung der Osteoblasten als der Osteoklasten anzeigen, z. B. knochenspezifische alkalische Phosphatase oder Osteocalcin, werden als Knochenbildungsmarker betrachtet.  

Für das Monitoring der Osteoporose-Therapie empfehlen internationale Richtlinien die Messung des Knochenbildungsmarkers N-terminales Propeptid des Typ-I-Prokollagens (PINP) sowie des Knochenresorptionsmarkers C-terminales Telopeptid des Kollagen Typ I (CTX-I) im Blut.

Methods
Technology Parameter Substrate Species Calibration Ig Class Format Order No.
ELISA Ostase® BAP EIA
Knochenspezifische alkalische Phosphatase
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Knochenspezifische alkalische Phosphatase 96 x 01
AC-20F11
ELISA BoneTRAP® (TRAcP 5b) ELISA
Tatrat-resistente saure Phosphatase
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Tatrat-resistente saure Phosphatase 96 x 01
SB-TR201A1
ChLIA IDS Ostase® BAP Streptavidin-beschichtete Magnetpartikel quantitativ
100 x 01
IS-28001
ChLIA IDS Ostase® BAP Control Set 2 x 2,5 ml Kontrolle 1/2/3 Knochenspezifische alkalische Phosphatase (BAP) 3 Konzentrationen
IS-28301
ChLIA IDS Intact PINP Streptavidin-beschichtete Magnetpartikel quantitativ
100 x 01
IS-40001
ChLIA IDS Intact PINP Control Set 2 x 1,0 ml Kontrolle 1/2/3 Prokollagen Typ I N-terminales Propeptid (PINP) 3 Konzentrationen
IS-40301
ChLIA IDS TRAcP 5b (BoneTRAP®) Control Set 3 x 1,0 ml Kontrolle 1/2/3 Tartrat-resistente saure Phosphatase 5b (TRAP 5b) 3 Konzentrationen
IS-41301
ELISA Serum CrossLaps® (CTX-I) ELISA
Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens 96 x 01
AC-02F11
ELISA Urine CrossLaps® (CTX-I) EIA
Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin 96 x 01
AC-03F11
ELISA Urine Alpha CrossLaps® (CTX-I) EIA
Alpha-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Alpha-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin 96 x 01
AC-04F11
ELISA Urine BETA CrossLaps® (CTX-I) ELISA
Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin
Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Beta-C-terminale Telopeptide des Typ-I-Kollagens, in Urin 96 x 01
AC-05F11
ELISA N-MID® Osteocalcin ELISA Antikörper-beschichtete Mikrotitergefäße Osteocalcin 96 x 01
AC-11F11
ChLIA IDS N-MID® Osteocalcin Streptavidin-beschichtete Magnetpartikel quantitativ
100 x 01
IS-29001
ChLIA IDS N-MID® Osteocalcin Control Set 4 x 1,0 ml Kontrolle 1/2/3 Osteocalcin 3 Konzentrationen
IS-29301
ChLIA IDS Beta CrossLaps® (CTX-I) Antikörper-beschichtete Magnetpartikel quantitativ
100 x 01
IS-3000N1
ChLIA IDS Beta CrossLaps® (CTX-I) Calibrator Set 1 x 2,0 ml Kalibrator 1/2/3/4/5/6 C-terminale quervernetzte Telopeptide des Kollagen-Typ-I (CTX-I) 6 Konzentrationen
IS-3020N1
ChLIA IDS Beta CrossLaps® (CTX-I) Control Set 2 x 2,5 ml Kontrolle 1/2 C-terminale quervernetzte Telopeptide des Kollagen-Typ-I (CTX-I) 2 Konzentrationen
IS-3030N1
ChLIA IDS TRAcP 5b (BoneTRAP®) Streptavidin-beschichtete Magnetpartikel quantitativ
100 x 01
IS-41001
* For research use only, not for in vitro diagnostic use in the sense of EU directive 98/79/EC.
1 Product manufactured by third party. Please contact your local Euroimmun representative for more information.