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Chronische Nierenerkrankungen (chronic kidney disease, CKD) sind ein bedeutendes Gesundheitsproblem, von dem weltweit 5 bis 10 % der Bevölkerung betroffen sind – mit steigender Tendenz. CKD werden definiert als Anomalien der Nierenstruktur oder –funktion (oder beider), die seit mehr als drei Monaten bestehen und sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirken. Die Erkrankungen werden zudem nach Ursache, glomerulärer Filtrationsrate (GFR) und Ausmaß der Albuminurie klassifiziert. Mit abnehmender Nierenfunktion kommt es zu ausgeprägten Veränderungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels, die unterschiedliche Knochenläsionen verursachen können. Diese werden als CKD-assoziierte Osteoporose bezeichnet. Die chronische Nierenerkrankung mit Mineral- und Knochenstoffwechselstörungen (CKD-MBD) ist eine systemische Erkrankung, die durch eine Kombination folgender Faktoren gekennzeichnet ist:
Diese drei miteinander verbundenen Prozesse beeinflussen die Morbidität und Mortalität bei CKD in entscheidendem Maße. Daher ist eine frühzeitige Erkennung essenziell, um eine angemessene Behandlung einzuleiten.
Bei der Diagnose und Behandlung von CKD-MBD sollten sämtliche biochemischen, hormonellen und mineralischen Veränderungen, Knochenerkrankungen sowie extraskelettale Verkalkungen berücksichtigt werden.
Da die Therapie einer Anomalie auch andere Anomalien beeinflussen kann, sollten Behandlungsentscheidungen nicht ausschließlich auf einem einzelnen Laborwert basieren, sondern auf dem Verlauf serieller Messungen von Phosphat, Calcium und PTH. Die 25(OH)D-Spiegel können – abhängig von den Ausgangswerten und therapeutischen Maßnahmen – durch wiederholte Bestimmungen überwacht werden.
Die Knochenbiopsie ist der Goldstandard zur Diagnose der CKD-assoziierten Osteoporose bei Patienten mit CKD. Dieses Verfahren ist jedoch invasiv und aufwendig. Neuere Studien zeigen, dass die Verwendung bestimmter Knochenumsatzmarker (BTMs) zur Beurteilung des Knochenumsatzes und zum Therapie-Monitoring bei CKD-MBD von Vorteil sein kann. Aufgrund der eingeschränkten Nierenfunktion ist es dabei wichtig, Marker zu verwenden, die nicht über die Nieren ausgeschieden werden, beispielsweise:
Matrix-γ-Carboxyglutaminsäure(Gla)-Protein, kurz Matrix-Gla-Protein (MGP), ist einer der bekanntesten Inhibitoren der Gefäß- und Gewebeverkalkung. Erhöhte Spiegel des dephosphorylierten, uncarboxylierten MGP (dp-ucMGP) gelten als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine regelmäßige Überwachung des dp-ucMGP-Spiegels kann dazu beitragen, das Risiko vaskulärer Komplikationen sowohl bei älteren, zu Arteriosklerose neigenden Menschen als auch bei Patienten mit CKD besser einzuschätzen.
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