Calcitonin

Klinische Bedeutung

Der Knochenstoffwechsel wird maßgeblich durch die Aktivität der Osteoblasten und Osteoklasten, die calciotropen Hormone 1,25-Dihydroxy-Vitamin D, Parathormon und Calcitonin sowie durch die extrazelluläre Calcium-Konzentration beeinflusst.

Calcitonin ist ein Peptidhormon, das als Gegenspieler des Parathormons fungiert und in der Nebenschilddrüse gebildet wird. Die Produktion und Ausschüttung von Calcitonin wird durch einen erhöhten Calcium-Spiegel stimuliert und führt zu einem Sinken der Calcium-Konzentration im Blut und Hemmung der Osteoklastenaktivität.

Diagnostik

Generell angezeigt ist die Calcitonin-Serumdiagnostik zur Abklärung szintigrafisch kalter Schilddrüsenknoten. Der Calcitonin-Spiegel im Serum ist stark erhöht beim medullären Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom). Bei 20 bis 30 Prozent der Patienten mit einem C-Zell-Karzinom besteht als Begleiterkrankung ein Hyperparathyreoidismus. Weiterhin ist die Calcitonin-Serumdiagnostik notwendig bei paraneoplastischer oder reaktiver Hyperkalziämie und zur postoperativen Kontrolle und Rezidivkontrolle nach OP eines C-Zell-Karzinoms. Unspezifisch erhöhte Werte können im letzten Trimenon einer Schwangerschaft, bei Einnahme von Kontrazeptiva und nach Kalziuminfusionen gemessen werden. Ein zu niedriger Calcitoninspiegel wird mit einer Osteopenie, der Vorstufe der Osteoporose, in Verbindung gebracht.

Aus der kombinierten Bestimmung der 25-OH-Vitamin-D-, Parathormon- und Calcitonin-Spiegel können Rückschlüsse auf eine Knochenstoffwechselstörung oder -erkrankung gezogen werden.

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
Spezies/Antigen
ELISA
Intact-PTH
Antikörper-beschichtete
Mikrotitergefäße
rekombinantes humanes Parathormon (1-84)
ELISA
Calcitonin
Antikörper-beschichtete
Mikrotitergefäße
synthetisches humanes Calcitonin
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