Diabetes

Klinische Bedeutung

Der Diabetes mellitus Typ 1 (insulinpflichtiger Diabetes mellitus, IDDM) ist das Resultat einer durch T-Zellen vermittelten Zerstörung der Beta-Zellen bei genetisch prädisponierten Personen. Im Zuge der Autoimmunreaktion kommt es sehr früh zur Bildung von Autoantikörpern gegen verschiedene Inselzell-Antigene, deren Bestimmung für die Diagnose des IDDM und dessen Prädiktion bei Verwandten ersten Grades von Diabetikern eine große Bedeutung erlangt hat: Autoantikörper gegen Glutamatdecarboxylase (GAD), Tyrosin-Phosphatase (IA2), Zinktransporter 8 (ZnT8), Insulin und zytoplasmatische Inselzellbestandteile. Einer oder mehrere dieser Autoantikörper sind bei fast allen Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose des IDDM nachzuweisen.

Diagnostik

Autoantikörper gegen Inselzellen des Pankreas (ICA) können bei 80- 90 % aller Patienten zu Beginn der Krankheit durch indirekte Immunfluoreszenz nachgewiesen werden. Charakterisierte Zielantigene der ICA sind GAD, IA2 und ZnT8. Antikörper gegen GAD sind mit einer Prävalenz von 60 bis 80 % bei IDDM-Patienten zu finden. Die Prävalenz für Autoantikörper gegen IA2 bei IDDM beträgt 50 bis 80%, je jünger die Patienten sind, desto häufiger sind IA2-Autoantikörper nachweisbar. Ebenfalls altersabhängig ist die Prävalenz der Autoantikörper gegen Insulin. Bei Patienten unter 5 Jahren ist die Prävalenz mit über 90% am höchsten und fällt bei Zwölfjährigen auf 40% ab. Anti-Insulin-Antikörper sind daher in der Pädiatrie von hoher diagnostischer Relevanz. Insulin-Antikörper lassen sich derzeit nur mit RIA in ausreichender Sensitivität nachweisen. Der Nachweis von Antikörpern gegen ZnT8 stellt daher eine gute Alternative zum Anti-Insulin-RIA dar. Anti-ZnT8- Antikörper haben bei pädiatrischen Patienten eine Prävalenz von ca. 70% zu Beginn der Krankheit und können den Übergang in ein insulinabhängiges Stadium vorhersagen.

Mit IDDM assoziierte Autoantikörper treten meist schon vor den ersten klinischen Symptomen der Krankheit auf und gelten als Marker der sogenannten prädiabetischen Phase. Um ein mögliches Diabetesrisiko im individuellen Fall gut abschätzen zu können, sollten immer mehrere der relevanten Autoantikörper parallel untersucht werden. Dadurch kann die diagnostische Sensitivität und Spezifität für die Vorhersage eines IDDM deutlich erhöht werden.

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
Spezies/Antigen
IIFT
Inselzellantikörper (PM) EUROPattern
Pankreasinseln
1 BIOCHIP je Feld:
Pankreas

Affe
IIFT
Pankreasinseln
Pankreas
Affe
IIFT
Pankreasinseln
Pankreasinseln
(drei 1 x 1 mm BIOCHIPs
je Feld)
Affe
IIFT
Pankreasinseln, GAD
Gehirn: graue und weiße Substanz,
Purkinjezell-Cytoplasma (Yo),
Hu- und Ri-Antigen
Pankreas
Kleinhirn
(2 BIOCHIPs je Feld)
Affe
Affe
IIFT
Antikörper gegen Pankreasinseln
(Insel-Ak-Kontrolle)
IIFT
Antikörper gegen Pankreasinseln
Kontrolle mit JDF-Einheiten
IIFT
Antikörper gegen Glutamatdecarboxylase
(GAD-Ak-Kontrolle)
ELISA
GAD
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
rekombinante
Glutamatdecarboxylase (GAD65)
ELISA
GAD/IA2 Pool
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
rekombinante
Glutamatdecarboxylase (GAD65)/
Tyrosinphosphatase
IIFT
Glutamatdecarboxylase (GAD) 65 kDa
(Stiff-Person-Syndrom)
transfizierte Zellen
Kontrolltransfektion
(2 BIOCHIPs je Feld)
EU 90
EU 90
ELISA
IA2
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
rekombinante
Tyrosinphosphatase
RIA
Insulin
Präzipitation
markiertes Antigen
Syntheseprodukt,
human
ELISA
Zink-Transporter 8
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
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